Kaum ein Land ist so dicht mit Burgen besetzt wie Slowenien: Auf seinem Gebiet sind rund 920 Burganlagen verzeichnet, etwa 90 Burgen und Schlösser sind bis heute erhalten. Für den ersten Besuch eignen sich die Burgen in Ljubljana, Bled, Predjama, Celje und Ptuj am besten – sie sind für Besucher geöffnet und von jedem Landesteil aus als Tagesausflug erreichbar.
Wie viele Burgen gibt es in Slowenien?
Nach Angaben des Slowenischen Fremdenverkehrsamts sind auf dem Gebiet des heutigen Slowenien 920 Burganlagen verzeichnet, die größtenteils zwischen dem 10. und 19. Jahrhundert entstanden. Viele sind verfallen oder nur als Ruinen erhalten, rund 90 Burgen und Schlösser stehen noch.
Burgen entstanden an strategischen Punkten: auf Anhöhen über Flusstälern, an Handelswegen und an den Grenzen von Grundherrschaften. Bauherren waren Adelsgeschlechter und geistliche Fürsten wie die Bischöfe von Freising oder die Patriarchen von Aquileia. Jede Burg ist daher Baudenkmal und zugleich Geschichte darüber, wer einst über das Land zu ihren Füßen herrschte.
Das Slowenische unterscheidet zwischen grad, einer befestigten Burg meist auf einer Anhöhe, und dvorec, einem komfortableren Herrenhaus ohne Verteidigungsfunktion, oft inmitten eines Parks. Viele Bauten wandelten sich im Lauf der Jahrhunderte, sodass sich mittelalterliche Mauern häufig hinter Renaissance- oder Barockfassaden verbergen.
Die bekanntesten Burgen Sloweniens
Burg Ljubljana
Die Burg über der Hauptstadt ist die meistbesuchte des Landes. Vom Aussichtsturm auf 400 Metern Seehöhe überblickt man bei klarem Wetter rund ein Drittel Sloweniens. Eine Standseilbahn überwindet in etwa einer Minute knapp 70 Höhenmeter; alternativ führen Fußwege auf den Burgberg. Im Inneren warten eine Ausstellung zur slowenischen Geschichte, das Puppenmuseum und die Georgskapelle.
Burg Bled
Die Burg auf einem steilen Felsen über dem Bleder See wurde 1011 erstmals urkundlich erwähnt. Aus romanischer Zeit sind Mauern und Eingangsturm erhalten, in den Renaissance- und Barockbauten befinden sich eine Schmiede, eine Druckerei, ein Rittersaal und eine Kapelle. Der Blick auf den See mit seiner Insel ist eines der bekanntesten Motive Sloweniens.
Höhlenburg Predjama
Rund 10 Kilometer von Postojna entfernt schmiegt sich die Burg unter einem natürlichen Felsbogen in eine senkrechte Wand. Sie steht als größte Höhlenburg der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Erstmals 1274 erwähnt, erhielt sie 1570 ihr heutiges Renaissance-Gesicht. Berühmtester Bewohner war Ritter Erasmus von Predjama (Erazem Predjamski), der sich der Legende nach während einer über einjährigen Belagerung durch einen geheimen Gang in der Karsthöhle versorgte. Jeden Sommer, meist im Juli, findet hier das Erasmus-Ritterturnier statt.
Alte Burg Celje und Burg Ptuj
Die Alte Burg über Celje aus dem 12. Jahrhundert war Sitz der Grafen von Cilli, des mächtigsten Adelsgeschlechts auf slowenischem Boden. Im Sommer ist sie Bühne für Open-Air-Konzerte und Theater. Die Burg Ptuj thront über einer der ältesten Städte Sloweniens, an der Stelle eines römischen Heiligtums; ihre Räume aus dem 17. Jahrhundert mit reichem Stuck beherbergen die Sammlungen des Regionalmuseums Ptuj–Ormož.
Burgen nach Regionen im Überblick
Für die Planung einer Rundreise hilft diese Übersicht über Burgen, die Besuchern offenstehen oder als Museum, Hotel oder Veranstaltungsort dienen.

| Burg | Region | Warum hin? |
|---|---|---|
| Burg Ljubljana | Zentralslowenien | Aussichtsturm, Standseilbahn, Museen |
| Burg Bled | Oberkrain (Gorenjska) | Seeblick, Druckerei, Schmiede |
| Höhlenburg Predjama | Innerkrain (Notranjska) | Burg in der Höhle, Ritterturnier |
| Schloss Snežnik | Innerkrain (Notranjska) | Originaleinrichtung aus dem 19. Jh. |
| Burg Štanjel | Karst | Ferrari-Garten von Max Fabiani |
| Burg Bogenšperk | Litija | Erbe Valvasors |
| Schloss Otočec | Unterkrain (Dolenjska) | einziges Wasserschloss, auf einer Krka-Insel |
| Schloss Rajhenburg | Posavje | Trappisten, Schokoladenwerkstatt |
| Alte Burg Celje | Savinjska | Sitz der Grafen von Cilli |
| Burg Ptuj | Steiermark (Štajerska) | Barockräume, Museumssammlungen |
| Burg Grad im Goričko | Prekmurje | größte Burganlage Sloweniens |
Weniger bekannte Burgen mit besonderen Geschichten
Schloss Snežnik im Tal Loška dolina reicht mindestens ins 13. Jahrhundert zurück, die Innenräume stammen aus dem 19. Jahrhundert. Es gehört zu den wenigen Schlössern mit erhaltener Originaleinrichtung – man hat den Eindruck, die Besitzer seien gerade zu einem Spaziergang in den nahen Wald aufgebrochen.
Burg Bogenšperk aus dem frühen 16. Jahrhundert war Wohnsitz des Universalgelehrten Johann Weikhard von Valvasor, Mitglied der Royal Society in London, der hier in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts arbeitete. Schloss Rajhenburg in Brestanica stammt aus dem 12. Jahrhundert; Trappistenmönche stellten hier einst Käse, Sekt, Schokolade und Likör her, heute können Besucher selbst Schokolade herstellen.
Die Burg Velenje bewahrt im ehemaligen Stall Überreste eines Mastodons, und Schloss Gewerkenegg über Idrija gehört zum UNESCO-Welterbe des Quecksilberbergbaus. Eine Besonderheit ist Schloss Brdo bei Kranj, Protokollsitz des slowenischen Staates und einstige Residenz der Familie Karađorđević und Josip Broz Titos.
Ausflugsideen: Burgen für jeden Anlass
- Sonntagsausflug mit Familie: Predjama lässt sich mit der Höhle von Postojna verbinden, die Burg Ljubljana mit einem Bummel durch die Altstadt. Kinder begeistern Verliese, Puppenmuseum und die Legende von Erasmus.
- Zu zweit: Schloss Otočec auf der Krka-Insel, die Burg Bled bei Sonnenuntergang oder die Steingassen von Štanjel. In Otočec, Podsreda und Grad im Goričko kann man auch übernachten.
- Wochenendtrip: Posavje und Kozjansko bieten eine kompakte Burgenroute. Rajhenburg, Sevnica, Brežice und Podsreda liegen nah genug für zwei entspannte Tage; die Burg Sevnica ist von Blaufränkisch-Weinbergen umgeben.
- Regentag: Burgen mit reicher Innenausstattung wie Snežnik, Ptuj und Bogenšperk lohnen sich bei jedem Wetter.
Praktische Tipps für den Besuch
- Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der offiziellen Website der Burg prüfen, da sich Sommer- und Winterzeiten oft unterscheiden.
- Für Ruinen und Burgen auf Anhöhen festes Schuhwerk tragen, denn oft ist ein kurzer Aufstieg zu Fuß nötig.
- Für die Höhle unter der Burg Predjama und den engen Erasmus-Gang braucht man eine gewisse Kondition.
- Das Innere von Schloss Brdo ist nur an den Europäischen Tagen des Denkmals zugänglich, das Anwesen ganzjährig.
- Führungen und Gruppenbesuche rechtzeitig buchen, besonders im Sommer und an Feiertagen.
Beschreibungen vieler weiterer Burgen und Herrenhäuser finden Sie beim Slowenischen Fremdenverkehrsamt (auf Slowenisch).
Häufige Fragen
Wie viele Burgen gibt es in Slowenien?
In Slowenien sind rund 920 Burganlagen verzeichnet, die meisten zwischen dem 10. und 19. Jahrhundert erbaut. Etwa 90 Burgen und Schlösser sind erhalten, die übrigen verfallen oder nur noch als Ruinen vorhanden.
Welche ist die älteste Burg Sloweniens?
Die Burg Bled wurde 1011 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als eine der ältesten Burgen Sloweniens. Aus romanischer Zeit sind die Mauern und der Eingangsturm erhalten.
Welche Burg in Slowenien ist in eine Höhle gebaut?
Die Höhlenburg Predjama bei Postojna ist in eine Felswand über einer Karsthöhle gebaut. Sie steht als größte Höhlenburg der Welt im Guinness-Buch der Rekorde.
Kann man in Slowenien auf einer Burg übernachten?
Ja. Unter anderem bieten Schloss Otočec, Burg Podsreda, die Burg Grad im Goričko und Schloss Strmol Unterkünfte an – beliebt für romantische Kurzurlaube.
Welche Burg eignet sich für Familien mit Kindern?
Die Burg Ljubljana mit Standseilbahn und Puppenmuseum, die Höhlenburg Predjama mit der Legende vom Ritter Erasmus und dem Sommerturnier sowie Schloss Rajhenburg, wo Kinder selbst Schokolade herstellen können.






